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Hier schreibe ich gelegentlich Kommentare zu den Themen: Kultur, Reise und Technik:

Kategorien: Alle Kultur Reise Technik

17. Dezember 2018, 08:42

Mut und Gnade (Schauspiel von Ken Wilber)

Am 9.12.2018 war ich im Bockenheimer Depot des Schauspiels Frankfurt in dem Schauspiel „Mut und Gnade“ von Ken Wilber in der Inszenierung von Luc Perceval.
Zugegeben: Ich hatte Schlimmeres erwartet! Das Thema: „Krebs“ im Theater, das kann / muss doch übel werden?! Aber weit gefehlt: Acht im Wasser planschende Schauspieler, die zwischendurch Teile eines Tagebuchs rezitieren, ansonsten aber in einem riesigen Wasserbecken viel Spaß haben, das ist zwar unterhaltsam, aber wenig emotional beeindruckend!
Da mag es sich sehr wohl um das Krebs-Tagebuch des amerikanischen Philosophen Ken Wilber handeln, der kurz nach seiner Hochzeit seine Frau Treya an den Brustkrebs verloren hat, eine schlimme Geschichte! Aber auch mit viel Gezappele und Gestöhne der Schauspieler kommt Mitgefühl oder emotionale Betroffenheit beim Zuschauer nicht auf! Im Gegenteil: ein Teil der nass gespritzten und angeödeten Zuschauer verlässt vorzeitig die Ränge. Denn mit 2 ½ Stunden hat das Stück auch noch Längen; ½ Stunde weniger wäre vermutlich mehr!
Um auch noch etwas Positives zu sagen: Bühne, Beleuchtung, Ton und Heizung waren hervorragend! Es gibt noch Karten für die weiteren fünf Vorstellungen!

Redakteur

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07. Dezember 2018, 11:57

Cold War – Der Breitengrad der Liebe (Kinofilm von Pavel Kawlikowski)

Am 3.12.2018 war ich in Frankfurt im Kino Cinema in dem polnischen Spielfilm: „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ von Pavel Kawlikowski.
Im Polen der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts wird eine Truppe von Tänzern und Sängern in einem verfallenen Schloss einquartiert und zu einem nationalen Folkloreensemble ausgebildet. Der Dirigent und Komponist Wiktor verliebt sich unsterblich in die Star-Sängerin Zula, die seine Liebe erwidert. Das Ensemble feiert zuerst in Polen und dann im Ostblock Triumphe und wird schließlich nach Ostberlin eingeladen. Da das Programm immer mehr politisiert wird und die Sänger bespitzelt werden, flieht Wiktor nach Westberlin, aber Zula kommt nicht mit. Wiktor feiert in Paris Erfolge als Jazzmusiker und spielt in berühmten Clubs. Zula heiratet den unsympathischen Parteibonzen und bekommt ein Kind von ihm. Als sich Wiktor und Zula nach vielen Jahren in Paris wieder begegnen, flammt ihre Liebe wieder auf, und sie kehren nach Warschau zurück. Viktor wird wegen Spionage zu Arbeitslager verurteilt, und Zula holt ihn über politische Beziehungen heraus. Zuletzt wissen sie nicht mehr ein noch aus, heiraten symbolisch in einer zerfallenen Kirche und schlucken dort viele weiße Pillen.
Der Film ist in Schwarz/Weiß und im 3:4-Format gedreht und ein wahres Meisterwerk!

Redakteur

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04. Dezember 2018, 14:20

Husbands and Wives (Schauspiel von Woody Allen)

Am 25.11.2018 war ich in den Kammerspielen des Schauspiels Frankfurt in den Stück „Husbands and Wives“ nach dem berühmten Film von Woody Allen.
Zwei Paare treffen sich, um auszugehen, aber aus dem gemütlichen Abend wird ein doppeltes Ehedrama. Das eine Paar, Gabe Roth, Universitätsprofessor (Mathias Redlhammer) und Judy Roth, seine Frau (Friederike Ott) spielen Woody Allen und Mia Farrow wie im Film. Jack, Gabes Freund (Sebastian Kuschmann) und seine Frau Sally (Anna Kubin) wollen sich trennen, um dem Ehealltag zu entfliehen; Gabe und Judy sind darüber entsetzt! Auffallend ist die übersteigernde Darstellung bis hin zum Slapstick, besonders bei Sally; die stakst und stolpert über die Bühne, die nur aus Hindernissen besteht, Stufen und Rampen, Brüstungen und Kästen, Wände und Stellagen, bis die Schauspieler über die Rückwand ins Nichts fallen und verschwinden. Die einzig „Normalen“ sind Judys Kollege Michael (Benjamin Grüter) und die Studentin Rain (Christina Thiessen), die als Liebes- und Wechselpartner dienen. Man trennt sich, geht fremd und versöhnt sich wieder. Es gibt viele Nebenrollen, die von den 6 Schauspielern gegeben werden, weiche genial dazwischen wechseln. Das Stück hat teilweise ein hohes Tempo und viel Unterhaltungswert, teilweise aber auch etwas Längen; man könnte locker ¼ Std. von den 1 ¾ Std. kürzen!

Redakteur

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03. Dezember 2018, 11:47

Oedipus Rex (Oper von Igor Strawinsky) und Iolanta (Oper von Peter I. Tschaikowski)

Am 18.11.2018 war ich in der Oper Frankfurt in der Doppelvorstellung „Oedipus Rex“ von Igor Strawinsky und „Iolanta“ von Peter I. Tschaikowski. Das sind zwei kurze, aber großartige Opern, wie sie unterschiedlicher kaum sein können: das schaurige antike Drama in moderner Form und die romantische Märchenoper nach einem dänischen Schauspiel.
Die blinde Königstochter Iolanta weiß nichts von ihrer Blindheit, kennt kein Licht und weiß nicht, dass sie eine Prinzessin ist. Sie lebt abgeschottet in einem Schloss in der Provence mit Freundinnen, Dienerinnen, Puppen und ihrem Vater, der sie gelegentlich missbraucht. König René bringt schließlich einen maurischen Arzt herbei, der Iolanta heilen soll. Der besteht darauf, dass sie ihre Blindheit erkennen muss, um geheilt zu werden; der Vater lehnt das ab. Ein unbekannter Ritter dringt gewaltsam in ihr Reich ein und offenbart ihr das Geheimnis von Blindheit, Licht und Abstammung. Sie verliebt sich in ihn und darf ihn am Ende sogar heiraten!
Der König Oedipus von Theben, sein Schwager Kreon, seine Gattin und Mutter Jocaste und der blinde Seher Teiresias sind die Hauptpersonen im „Oedipus Rex“. Oedipus hat unwissend seinen Vater Laios an einer Heerstraße umgebracht und seine Mutter geheiratet. Die Götter haben zur Strafe die Pest nach Theben gesandt, und Kreon wird zum Orakel nach Delphi geschickt um Rettung zu erflehen: der Königsmörder muss gefunden und bestraft werden. Jean Cocteau hat das griechische Drama von Sophokles in eine moderne Form gebracht, und Strawinsky hat es kongenial vertont. Die Inszenierung ist brutal: Der Pestkranke stirbt unter wilden Zuckungen an seinen Beulen, Jocaste hängt am Ende am Strick und zappelt, und Oedipus sticht sich die Augen aus.
Das Orchester und der Star-Sänger Peter Marsh (Oedipus) und die Star-Sopranistin Asmik Grigorian (Iolanta) können glänzen!

Redakteur

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19. November 2018, 11:13

Die Perser (Schauspiel von Aischylos)

Am 27.10.2018 sah ich im Schauspiel Frankfurt das Stück „Die Perser“ von Aischylos; es ist 500 Jahre alt, das älteste, heute noch gespielte Theaterstück. Der Regisseur Ulrich Rasche hat es zu einem Hochleistungstest für Schauspieler und Musiker gemacht.
Die Perser sind in Griechenland mit einem großen Heer und 300 Schiffen eingefallen und haben Land und Städte zerstört. Mit einer List haben die Griechen die Perser in der Schlacht von Salamis geschlagen und aus dem Land vertrieben. Die Perser und der Königssohn und Heerführer Xerxes kehren geschlagen heim und beklagen ihre Toten und Verletzten.
Auf zwei riesigen Drehscheiben und Hebebühnen sind die 3 Schauspielerinnen und 15 Schauspieler angeschnallt und befinden sich in rasender Bewegung; sie werden angehoben und im Kreis geschleudert und rezitieren den Text im Chor und in rasender Eile. Die Perkussionistin gibt den stampfenden Rhythmus vor; zwei Sänger und fünf Musiker spielen im Background den Soundtrack. Die Drummerin und die männlichen Schauspieler zeigen akrobatische Leistungen. Ohrenbetäubender Lärm und Stroboskoplicht martern die Zuschauer; wer am Eingang keine Ohrstöpsel genommen hat, kann sich die Ohren nur zuhalten. Vier Stunden intensives Trommel(fell)feuer, dieses Stück ist eine Zumutung!

Redakteur

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26. Oktober 2018, 12:30

Offenes Geheimnis (Kinofilm von Asghar Farhadi)

Am 21.10.2018 war ich in den neuen Film von Asghar Farhadi „Offenes Geheimnis“ im Kino Cinema in Frankfurt. Und der geht so: Laura (Penélope Cruz) kommt mit ihren beiden Kindern (4, 14) aus Argentinien in das heimatliche spanische Dorf, um mit der Familie die Hochzeit ihrer Schwester Ana zu feiern. Nach und nach treffen die vielen Verwandten und Bekannten ein und füllen das Hotel ihrer Eltern, in dem die Feier stattfindet. Die Dorfbewohner schauen interessiert bis skeptisch zu; besonders der benachbarte Winzer Paco (Javier Bardem), dem die Familie ursprünglich ihre Weinberge verkauft hat, hat eine zwiespältige Beziehung zu ihnen. Die Hochzeit wird zu einen rauschenden und ausgelassenen Fest, bis der Film plötzlich kippt und von der gemütlichen Familiengeschichte zu einem wilden Krimi mutiert: Die Enkelin Irene (14) wird vermisst und vergeblich gesucht, bis schließlich per SMS eine Lösegeldforderung eintrifft: Irene wurde entführt, die Eltern sollen 300.000 Euro zahlen, und die Polizei darf nicht eingeschaltet werden, sonst droht ihr der Tod! Nun setzt eine wilde Gangsterjagd ein, bei der alle verdächtigt werden, die neidischen Nachbarn, die ausländischen Gastarbeiter und selbst die eigenen Familienmitglieder. Der Vater der Entführten kommt aus Buenos Aires hinzu, hat aber kein Geld; der Nachbar Paco entpuppt sich als Irenes echter leiblicher Vater, der früher ein Verhältnis mit Laura hatte, und alle bisher unter der Decke gehaltenen Familiengeheimnisse kommen ans Licht. Paco verkauft sein Weingut, um seine Tochter zu retten, und bezahlt das Lösegeld. Und Lauras Schwester mit ihren verbrecherischen Freunden sind die Entführer, kassieren und lassen die in einer Gartenhütte gefesselte Irene frei. So rundet sich die komplizierte Geschichte, und die hervorragenden Schauspieler und die spanische Landschaft können glänzen!

Redakteur

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27. November 2017, 11:47

Woyzeck (Schauspiel von Georg Büchner)

Am 20.11.2017 war ich im Schauspiel Frankfurt in Georg Büchners: „Woyzeck“ in der Regie von Roger Vontobel. Jana Schulz als Franz Woyzeck steht inmitten der schwarz glänzenden Drehbühne und schnitzt Stöcke für seinen Hauptmann. Quer über die Bühne hängt ein leuchtender glitzernder Vorhang aus LED-Lämpchen, auf den Online-Videos projiziert werden. Die Schauspieler sind hinter dem Vorhang und treten durch ihn auf und ab. Franz rasiert seinen Hauptmann und schiebt ihn auf einem schweren Friseursessel gegen die Bewegung der Drehbühne. Der Doktor drangsaliert Franz mit medizinischen Versuchen und lässt ihn Urin aus auf der Bühne rotierenden Eimern trinken. Seine Geliebte Marie liest aus dem Gebetbuch und tröstet seinen Sohn; dieser singt mit heller klarer Stimme und legt sich unter den Flügel zum Schlafen. Der Tambourmajor verfolgt und verführt Maire mit Vergnügen und Überfluss. Der eifersüchtige Franz ersticht Marie mit seinem Messer; sie erscheint im Live-Video und stirbt im Großformat!

Redakteur

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27. November 2017, 11:05

Rose Bernd (Schauspiel von Gerhart Hauptmann)

Am 6.11.2017 war ich im Schauspiel Frankfurt in „Rose Bernd“ von Gerhart Hauptmann in der Regie von Roger Vontobel. Die Bühne ist eine große quadratische ansteigende Fläche, und Rose Bernd (Jana Schulz) liegt mit ihrem Liebhaber Flamm nackt im goldenen von der Decke rieselnden Flitter. Auch der Dandy Streckmann ist hinter ihr her, und die soll den Versehrten August heiraten, um ihrem armen Vater eine Unterkunft zu verschaffen. Rose weiß nicht, wie und von wem sie schwanger ist und leugnet es dann vor Gericht ganz ab. Die Verhältnisse sind bitter arm und bigott. Und später findet die Geburt als von der Decke fallende Bombe aus goldenem Flitter statt; Rose weiß nicht mehr aus und ein und wird zur Kindsmörderin. Die Darsteller sprechen einen abgestuften böhmischen Dialekt, der nur schwer zu verstehen ist. Blasmusiker spielen eine passende Hintergrundmusik dazu.

Redakteur

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01. November 2017, 08:40

Peter Grimes (Oper von Benjamin Britten)

Am 22.10.2017 war ich in der Oper Frankfurt in „Peter Grimes“, der Erfolgsoper von Benjamin Britten, in der Inszenierung von Keith Warner und unter der Leitung von Sebastian Weigle. Schon das Bühnenbild ist gewaltig, zwei riesige, keilförmige, dunkle Wände, die herumgeschoben werden und nach Bedarf Kaimauer, Kneipe oder Steilküste bilden. Auch die anderen Requisiten, Fischerboote und Holzpaletten, sind beweglich und stellen Tische, Schränke oder Fischerhütte dar. Und dynamisch ist auch der riesige Chor, der sich als Dorfbewohner und Fischer heftig auf der Bühne bewegt. Und dazwischen Peter Grimes, der Fischer, ein tragischer Held, ein Verfolgter, ein Eigenbrötler, der seine beiden Lehrjungen zu Grunde gerichtet hat und dafür von der Dorfgemeinschaft ausgestoßen, gehasst und angeklagt wird. Zu ihm halten nur seine Freundin Ellen Orford und Captain Balstrode, die ihn aber auch nicht vor der Verfolgung retten können. Solisten, Chor und Orchester agieren großartig. Es verbindet sich die elementare Wucht des zum Orchesterklang gewordenen Meeres mit der Seele des tragischen Helden, und das Meer nimmt zuletzt ihn und sein Boot auf.

Redakteur

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01. August 2017, 11:51

Monsieur Richard geht online (Kinofilm von Stéphane Robelin)

Pierre Richard, der große alte Mann der französischen Komödie, läuft noch einmal zu ganz großer Form auf. Im Kinofilm „Monsieur Pierre geht online“, den ich am 23.7.2017 gesehen habe, spielt der 83-jährige einen alten Griesgram, der allein in einen großen alten Haus wohnt und niemand an sich ran lässt. Um ihn aus dieser Isolation herauszulocken, schickt ihm seine Tochter Sylvie ihren arbeitslosen Freund Alex, der ihm einen Computerkurs geben soll. Nach ersten Fehlleistungen und Misserfolgen entdeckt der alte Herr die Freuden des Internets, indem er sich jünger macht und in einem Dating Portal mit einer jungen Schönen verabredet, die genauso einsam ist wie er. Als er die Dame aber treffen soll und eine Enttäuschung und einen Misserfolg befürchtet, schickt er den jungen und schönen Alex hin, der prompt auch Erfolg hat. Schließlich lässt er sich auch noch als dessen Großvater einführen, worauf sich beide Männer in Flora verlieben. Die sich dabei ergebenden Verwicklungen und Späße sind köstlich und rührend zugleich, der perfekte Kinospass!

Redakteur

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